Altnordisches Elementarbuch: Einführung, Grammatik, Texte (zum Teil mit Übersetzung) und Wörterbuch (Sammlung Gaschen)


 
Überholtes Standardwerk
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Rezension bezieht sich auf: Altnordisches Elementarbuch: Einführung, Grammatik, Texte (zum Teil mit Übersetzung) und Wörterbuch (Sammlung Gaschen) (Taschenbuch) Ein Standardwerk für Skandinavisten ist "der Ranke-Hofmann" sicherlich (noch), ein besonders gutes war er jedoch sicher nie. Selbst im Gegensatz zu anderen altgermanischen Elementarbüchern der Sammlung Göschen (z.B. Altenglisch) macht er keine besonders gute Figur. Gerade Studienanfänger mit wenig linguistischen Vorkenntnissen finden sich in diesem Buch nur schwer zurecht. Herleitungen bzw. Parallelen aus dem Urnordischen oder Gotischen sind für sie kaum hilfreich/nachvollziehbar. Der Grammatikteil ist besonders im Bereich der Morphologie stark verknappt und unübersichtlich dargestellt. Informationen zu kleineren Flexionsklassen wie beispielsweise den nd-Stämmen oder Wurzelnomina finden sich lediglich verstreut und versteckt in Fußnoten. Schnelles Nachschlagen wird dadurch wie durch die Anführung von lückenhaften Paradigmen im fortlaufenden Text erschwert. Über historische Lautlehre informierten sich Studenten mit Norwegisch-Kenntnissen ohnehin schon lange bei Iversen. Ein Verzeichnis von Hilfsmitteln gibt es seit Jahren aktueller und besser in der "Studienbibliographie der Älteren Skandinavistik". Der allererste Übungstext beginnt gleich im ersten Satz mit einer Mediopassivform, es folgen munter Konjunktive, AcI-Konstruktionen und Schachtelsätze und machen dem Anfänger das Leben schwer - und trüben die Freude am Altnordisch-Lernen. Was den Ranke-Hofmann für den akademischen Unterricht dennoch attraktiv macht/e, war/ist die Textsammlung mit Glossar (dieses allerdings nicht immer vollständig und eindeutig), da für eine ordentliche Textarbeit notwendige altnordisch-deutsche Wörterbücher permanent vergriffen bzw. für Studenten kaum erschwinglich sind. Diese Lücke kann auch die gerade erschienene "Kleine Grammatik des Altisländischen" von Robert Nedoma noch nicht schließen. Das angekündigte Beiheft ("ein Lesebuch mit ausgewählten Texten und Glossar") wird sehnlichst erwartet. Die neue Grammatik aber ist Gold wert: klar gegliedert, kompakt, übersichtlich, verständlich, viele "Paradigmen-Kästen". Bis zum Erscheinen des Lesebuches gilt: Grammatik bei Nedoma aneignen, Übersetzen bei Ranke-Hofmann üben oder eben alte Text-Glossar-Editionen aus der Bibliothek besorgen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. Juli 2001
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3. Überholtes Standardwerk (die aktuell angezeigte Rezension)
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