Der Rabe fliegt wieder !!!
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(TOP 500 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Mammons War (Audio CD) "I remember the day that you were born. Your eyes looked at my soul. I was so proud, that I kissed the sky. Little then did I know"...so hoffnungsvoll und glasklar wimmert COUNT RAVEN-Bandkopf Dan Fondelius die ersten Zeilen des famosen Über-Songs "To kill a child" ins Mikrofon, ehe der Ozzy-Soundalike im schwermütigen Refrain den gesamten Weltschmerz der vergangenen 13 Jahre mit nur wenigen Worten zu bündeln vermag: "Why, oh why, must this world force me to kill my child? I can no longer hide , the eternal pain that I feel inside".
Melancholisch, tieftraurig, bodenständig, traditionell, wegweisend und mordsmäßig heavy...nichts könnte die Stärken des COUNT RAVEN-Comebacks "Mammons war" besser auf den Punkt bringen, als der Song "To kill a child", welcher - neben "Bible black" (HEAVEN & HELL) und "Black riders" (HEART OF CYGNUS) - zu den absolut genialsten Metal-Momenten des Jahres 2009 gezählt werden muss. Darüber hinaus kann man dem schwedischen Doom-Trio attestieren, dass der brandneue 11-Tracker eine der komplettesten Scheiben der bisherigen Bandgeschichte geworden ist, der Vorgängern wie "High on infinity" oder "Messiah of confusion" in nichts nachsteht. Und so ganz nebenbei gibt es für alle Freunde des zähen, vor Erhabenheit strahlenden Slow-Mo-Sounds einen wahrhaft üppigen Festtagsschmaus zu genießen, der die diesjährige CANDLEMASS-Langrille "Death magic doom" mal locker in die Tasche steckt. Dies war nicht unbedingt zu erwarten...
In musikalischer Hinsicht haben COUNT RAVEN jedenfalls alles richtig gemacht, und zaubern dem Hörer 11 feine Doom-Hymnen aufs Tableau, die auch jederzeit Parallelen zum Seventies-Hardrock und/oder Power Metal der 80er Jahre zulassen, und daher in direkter Nachbarschaft zu Bands wie SAINT VITUS , SOLITUDE AETERNUS , ISOLE und natürlich BLACK SABBATH stehen. Die musikalischen Ausrufezeichen reihen sich hierbei dicht an dicht:
Mit dem treibenden Mega-Opener "The poltergeist" (toller Ohrwurm-Chorus!) könnte der Einstieg nun wirklich nicht besser gewählt sein. Denn hier geht schon von Beginn an die sprichwörtliche Metal-Luzie ab. An dieser Stelle muss man auf jeden Fall den glasklaren, druckvollen Hammer-Sound erwähnen, der die einzelnen Songs von "Mammons war" in einem noch edleren Licht erstrahlen lässt. Beim nachfolgenden Moll-Stampfer "Scream" wird das Tempo dafür gleich merklich gedrosselt, wobei die epische, halborchestrale Instrumentierung (inklusive Glockengeläut!) dem COUNT RAVEN-Sound natürlich bestens zu Gesicht steht. Das schwere Riff-Monster "Nashira" ist ein fabelhafter Lovesong in allerbester BLACK SABBATH-Tradition, dessen eingängiger Refrain ohne Umwege zum lautern Mitgröhlen einlädt. Hier sind die feinen Seventies-Einflüsse besonders auffallend. Im direkten Vergleich kommt dafür ein Song wie "Seven days" anfangs etwas bieder daher, überrascht den Hörer dann jedoch durch einen schnelleren Up-Tempo-Part mit eindeutiger Punk-Schlagseite (!). Der tonnenschwere Longtrack "A lifetime" hat im Mittelteil dafür einige chillige, erholsame Akustik-Gitarren (inklusive Bongo-Percussion!) zu bieten, ehe die Nummer wieder in urtypische Doom-Gefilde zurückfindet. Tja, und mit den beiden experimentellen "Increasing deserts" und "Mammons war" (ganz stark!) haben COUNT RAVEN zudem zwei atmosphärische Synthie-Verschnaufpausen im Köcher, die diesen pompös-majestätischen Doom-Brocken aller bestens abrunden. Speziell bei den ruhigen Nummern kann Band-Chef Dan Fondelius gesanglich all seine Trümpfe ausspielen. Und wenn es der Hörer nicht besser wüsste, dann könnte dieser glatt glauben, hier stünde der leibhaftige BLACK SABBATH-Fronter Ozzy Osbourne höchst persönlich hinterm Mikro, um den Songs von "Mammons war" dieses ganz spezielle Doom-Feeling einzuhauchen. Grandios !!!
Als einziger Kritikpunkt an "Mammons war" muss man aber festhalten, dass die Scheibe mit knapp 67 Minuten doch etwas langatmig ausgefallen ist. Manchmal ist weniger halt doch mehr, weswegen COUNT RAVEN auf mittelmäßige Songs wie "To love, wherever you are" und "Magic is..." wohl doch besser verzichtet hätten.
Dessen ungeachtet ist "Mammons war" eine der herausragenden Scheiben des Jahres 2009, die man so sicherlich nicht erwarten konnte. Der Rabe ist endlich wieder gelandet und heimst mit diesem kleinen Metal-Meisterwerk mal gleich 5 faustdicke Sterne ein. Essentiell und absolut unverzichtbar für alle Doom-Heads da draußen !!!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Dezember 2009
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